St. Ansgars Leben
Ansgar wurde als Schüler bei den Benediktinern der Abtei Corbie in der Nähe von Amiens großgezogen. Eine Vision seiner in seinem fünften Lebensjahr verstorbenen Mutter soll ihn zum Eintritt ins Kloster bewogen haben. Im Jahre 823 gehörte er zu den 12 Mönchen, die Corbie verließen um Nova Corbeia, bzw. Corvey an der Weser zu gründen. In der Abtei im Sachsenland wirkte er als Lehrer und Prediger.
Zeitlebens soll Ansgar von der Erinnerung an eine Vision getragen gewesen sein, die er als etwa zwanzigjähriger Lehrer in Corbie hatte. Damals habe eine Stimme ihn beauftragt: "Gehe hin! Mit der Krone des Martyriums wirst du zu mir zurückkehren". Deshalb wohl auch hält es Ansgar nicht in den Klostermauern: 826 ist er mit von der Partie, als eine Gruppe von Missionaren an den dänischen Königshof geschickt wird. Der Dänenkönig Harald hatte sich damals zusammen mit 400 Anhängern in Ingelheim bei Mainz taufen lassen, in der Hoffnung, hierdurch vom Reich Unterstützung für seine Thronansprüche in Dänemark zu erhalten.Die Kirche nutzt diese günstige Gelegenheit zur Mission: Ansgar begleitet Harald beim Feldzug im Norden, doch Harald scheitert und mit ihm der erste Missionierungsversuch; Ansgars Helfer Autbert muss wegen einer schweren Krankheit zurück nach Corvey. Dort stirbt er wohl anno 829 zur Osterzeit.
829 wird Ansgar vom schwedischen König Björn eingeladen. In Birka, einem bedeutenden Handelsplatz der Wikingerzeit 27 km westlich von Stockholm, entsteht die erste christliche Kirche in Skandinavien. 831 wird Ansgar von Kaiser Ludwig dem Frommen zurückgerufen. Von der Hammaburg, dem Kern für die spätere Stadt Hamburg, aus soll er weitere Missionsunternehmen im Norden vorantreiben. Er wird deshalb zum Missionsbischof ernannt.
Ansgar ist entschlossen, seine Arbeit in Skandinavien fortzusetzen. Er reist 832 nach Rom, wo ihm Papst Gregor IV. den Titel des Erzbischofs und des päpstlichen Legaten für Skandinavien, Dänemark und die Slaven verleiht. Bei dieser Gelegenheit wird Hamburg auch zur Metropole mit der Maßgabe erhoben, dass die kaiserliche Kapelle für die Weihe der Nachfolgebischöfe zu sorgen hat. Damit wird zwar die Unabhängigkeit von einer fremden Metropolitangewalt betont, aber die Abhängigkeit von der Reichsgewalt eingeleitet. In die Hammaburg zurückgekehrt, gründet er mit Hilfe Ludwigs des Frommen eine Schule und ein Kloster und läßt eine dreischiffige, hölzerne Marienkirche errichten. Ansgar nimmt unter dem Schutz des Dänenkönigs Horik I., dem es gelang, das Land zu vereinen, seine Tätigkeit in Schleswig wieder auf. Aber wenige Jahre später verliert er mit dem Tod seines großen Förderers Ludwig sein Zentrum in Turholt. Die Wikinger plündern außerdem 845 Hamburg, das sich inzwischen zu einer kleinen Stadt entwickelt hatte. Auch die Missionsstationen in Schweden werden vernichtet. Schweden und Dänemark kehren zu ihren alten heidnischen Religionen zurück. Ansgar wird nach der Zerstörung Hamburgs von Kaiser Ludwig zum Bischof von Bremen ernannt. Auch dort errichtet er Spitäler, er kauft Gefangene frei und setzt sich für die Abschaffung des Sklavenhandels ein.
Bald nach der Weihe Ansgars wird Ebos Verwandter Gauzbert von Ebo und Ansgar und einem dritten Bischof zum Missionsbischof geweiht und von Ebo nach Schweden entsandt. Von dort wird er 845 durch einen Volksaufstand vertrieben. Er wird daraufhin Bischof von Osnabrück, ohne seine Rechte auf Schweden aufzugeben. Seine Aufgaben werden aber von Ansgar vertretungsweise wahrgenommen, solange Gauzbert lebt. Gauzbert nimmt seine Rechte quasi indirekt wahr, indem er Priester für Schweden weihte. Er kehrt aber selbst nicht in den Norden zurück.
Im Jahre 851 ist eine erneute Mission in Schweden erfolgreich, auch der dänische König Horik II. wird bekehrt. Er soll von Ansgar gesagt haben: "In meinem Leben habe ich keinen so edlen Mann gesehen und in keinem Sterblichen so viel Treue gefunden wie in Ansgar".
Ansgar reist 853 persönlich nach Schweden und stiftet dort wie auch in Schleswig Kirchen. 864, nach der Zerstörung von Hamburg durch die Normannen, muss er wieder nach Bremen umziehen und wird Erzbischof von Hamburg-Bremen. Von Bremen aus leitet er in den letzten Lebensjahren weiter das Missionswesen der Nordländer, baut in Bremen den einschiffigen Dom zur dreischiffigen Basilika um und gründet drei Klöster. Er stirbt dort nach langer Krankheit.
Ansgar schreibt eine Vita des ersten Bremer Bischofs, des Angelsachsen Willehad aus York, und eine Gebetssammlung, die so genannte "Pigmenta". Seine eigene Biographie verfasst Rimbert, sein Nachfolger als Bischof von Bremen. Der sagt über ihn: "Er wollte den Blinden Auge, den Lahmen Fuß und den Armen ein wahrer Vater sein".
Wegen seiner Verdienste um die Ausbreitung des Christentums in Schweden, Dänemark und Schleswig nennt man Ansgar den "Apostel des Nordens" bzw. "Apostel Skandinaviens". Da Ansgar bei seiner mühevollen Missionstätigkeit viele Rückschläge erleidet, deutet sein Biograf Rimbert sein ganzes Leben als ein Martyrium, obwohl Ansgar kein gewalttätiges Ende erleiden muss. Somit wird die Prophezeihung am Anfang seines Lebens wahr. Ansgars Verdienste bestehen ferner in seinem Einsatz für die Sklaven und die Armen.
St. Ansgar, Iowa, USA
Der Vorsitzende des Ansgar-Werks heißt nicht nur Ansgar, nein, er interessiert sich auch für Ansgar in aller Welt. Und da er ein Faible fürs Internet hat, konnte es nicht ausbleiben, dass er auf den Flecken St. Ansgar in den USA stieß.
Der liegt in der Gartenecke Iowas und wurde 1853 von einer Gruppe norwegischer Landwirte gegründet, die unter der Führung des dänischen Pastors Claus L. Claussen in die USA emigrierte.
Die Bevölkerung des Ortes bleib in den letzten 20 Jahren bei 1100 Einwohnern. Mitchell County, in dem St. Ansgar liegt, hatte 1990 eine Bevölkerung von 10 928. Neben 60 Geschäften gibt es auch die St. Ansgar State Bank und vier Kirchen, eine Baptisten- und Methodisten-Kirche sowie zwei lutherische Kirchen. Eine von ihnen ist die älteste luthrtische Kirche westlich des Mississippis.
Fährt man 15 Minuten weiter erreicht man auch eine katholische Kirche. Ob die allerdings den Namen des Heiligen trägt, wird nicht mitgeteilt.