„Lasst uns gemeinsam träumen!“ Diesen Wunsch äußerte der Bischof von Helsinki, Raimo Goyarrola, mehrfach während der PSP-Tage in Turku/Finnland. PSP steht für „Pro Scandiae Populis“, übersetzt: „für die skandinavischen Völker“. Knapp 30 Priesteramtskandidaten und Ordensmitglieder vor der ewigen Profess versammelten sich im Gästehaus der Birgittinnen – zum geistlichen und theologischen Austausch, zum Gebet und zur Vertiefung ihrer Beziehungen über die Grenzen der Länder und Sprachen hinweg. Auch der neugeweihte Priester Matthias Ledum aus Oslo war noch einmal dabei.
Diakon Sigurd Hareide, Sekretär der Nationalen Liturgiekommission der Norwegischen Katholischen Bischofskonferenz und außerordentlicher Professor an der Universität Südostnorwegen, arbeitete mit
den Studierenden zu mittelalterlichen nordischen Liturgien. Er gab zunächst einen Überblick über mittelalterliche Liturgien in Skandinavien und stellte die nordischen Quellen in den Kontext der
lateinischen christlichen Liturgiegeschichte. In einem zweiten Vortrag wurden die altnordischen allegorischen Auslegungen der Messe als wichtige Quellen für die aktive Teilnahme an der
lateinischen mittelalterlichen Messe diskutiert.
Auch Bischof Raimo kam zu den Teilnehmern nach Turku. Er berichtete von den steigenden Zahlen an Gläubigen, dem Traum von einer katholischen Schule und dem Erwerb weiterer Kirchen. Am Tag darauf
machten sich die Studierenden auf den Weg nach Helsinki, wo sie den ersten Gottesdienst in der St. Jakobuskirche feierten – mit Gläubigen aller Generationen und vieler Nationen. Die Katholiken
haben diese Kirche zunächst für drei Jahren von der Schwedisch sprechenden lutherischen Kirche gemietet. Bischof Raimo träumt davon, diese Kirche einmal kaufen und umbauen zu können.
Nach dem Gottesdienst stand das Studium Catholicum der Dominikaner auf dem Programm, wo es auch um alte finnische Handschriften ging, die von den Dominikanern für den heutigen Gebrauch
herausgegeben wurden. Im kommenden Jahr soll das PSP-Treffen in Deutschland stattfinden.
Pfarrer Hermann Hülsmann
